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Distributismus? Die Produktion mechanisiert, automatisiert und informatisiert sich und
bedarf keiner Arbeiter mehr wie vor fünfzig Jahren. Wenn man nun
die Arbeitslosigkeit bekämpft, um wie früher nützlich zu
sein, ist dies ein historischer und taktischer Irrtum. Logisch wäre
es im Gegenteil vielmehr, zur Kenntnis zu nehmen: Als das Leben kürzer, die Mittel beschränkter und die Bildung begrenzter waren, musste jeder binnen kurzer Zeit das tun, was von ihm verlangt wurde. Nur wenige Privilegierte entzogen sich diesen Zwängen. Heute gibt es materielle wie menschliche Kapazitäten im Überfluss. Der Markt kann sie jedoch nur im Hinblick auf ihren Marktwert berücksichtigen. Dafür zu kämpfen, dass dieser gerechter wird, ist demnach ein weiterer Irrtum. Logisch wäre es vielmehr, sich von einer Art der Valorisierung zu befreien, die archaisch geworden ist. Die Entstehung von Einkommen und verfügbaren Mitteln muss umgekehrt werden. Diese müssten im Verhältnis zur Menge der verfügbaren Produkte verteilt und nicht je nach erzieltem Gewinn umverteilt werden. Aus einer solchen Umkehrung ergeben sich erhebliche Veränderungen. Wir haben weder Arbeitslosigkeit noch das Rentenalter zu fürchten. Wir können uns in jedem Alter Aktivitäten unserer Wahl widmen – und zwar nicht mehr, um ein Einkommen zu erhalten, sondern eben weil wir eines haben! Wir müssen keine erniedrigenden oder schädlichen Arbeitsbedingungen mehr akzeptieren. Forschung, Erfindungsgeist und Glück hängen nicht mehr von den Zufälligkeiten des Marktes ab. Schluss mit der allgemeinen Konkurrenz und den sich daraus ergebenden Formen von Gewalt! Produkte und Dienstleistungen werden endlich in Abhängigkeit von ihrem Gebrauchswert und nicht mehr im Hinblick auf ihre Umverteilungsfunktion geschaffen. Wichtig ist die Tatsache, dass der Übergang von der Umverteilung
zur Verteilung (siehe folgende Seiten) nur den materiellen, wirtschaftlichen
Aspekt der vorgeschlagenen Wende darstellt. Zum ersten Mal in der Geschichte
stellt ein Gesellschaftsprojekt die den Gebrauch, den jeder von seinem
Dasein macht, bestimmenden Gebrauchsformen, mit denen sich die sozialen
Gruppen identifizieren, in den Mittelpunkt des politischen Apparats.
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